Die Burg Falkenstein

Die Burganlage steht auf einem Basaltfelsen in 461 m ü NN. Erhalten sind noch ein Mauerstück vom mehrgeschossigen Hauptgebäude, Palas genannt. Mit den Resten eines Kamins und einer Säule sowie ein Teil der Befestigungsmauer. Wahrscheinlich lag im südlichen Teil des Plateaus eine Vorburg mit weiteren Gebäuden. Die Burg war mit einem heute kaum noch sichtbaren Grabensystem gesichert. Ihr heutiges Erscheinungsbild geht auf Sicherungsarbeiten am Mauerwerk zurück, die in den Jahren 1912 / 1913 und 1977 / 1978 durchgeführt wurden.

Geschichte

Wer die Anlage wann erbauen ließ, ist unbekannt. Aufgelesene Keramikscherben datieren in das ausgehende 13. Jahrhundert und könnten einen ersten Anhaltspunkt für ihr Alter bieten. Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 2. April 1346, als Landgraf Heinrich II. von Hessen die Burg zu je einem Viertel an die Ritter Hundt v. Kirchberg und v. Holzhausen übertrug. Die verbleibenden Hälften blieb in landesherrlichem Besitz.

Die Burg muss damals schon zerstört gewesen sei, denn die Ritter erhielten die Auflage, zum Aufbau des Hauses, Mauern und des Grabens 170 Mark Silber zu verbauen. 1363 schlossen die Familien einen Burgfrieden.
1387 belagerten und zerstörten Truppen des Bischofs von Mainz die Burg, der bereits dreißig Jahre zuvor vergeblich gegen ihren Ausbau Einspruch erhoben hatte. Der Landgraf beauftragte Ludwig v. Wildungen d.Ä. mit den Instandsetzungsarbeiten, doch schon im folgenden Jahr waren die Anteile wieder bei den Vorbesitzern.

Vom 15. bis 17. Jahrhundert wechselten Anteile am Burglehen mehrfach den Besitzer (v. Wehren, v. Dalwigk, v. Buchenau, v. Baumbach). 1447 wird erstmals der Falkenstein Hof erwähnt, der sich unterhalb der Burg befand (siehe Abb. li.). Landgraf Ludwig I. übertrug der Familie v. Grifte zu den Hof zu Lehen. 1569 teilten die Familie Hundt und v. Grifte sich den Besitz. Etwa dreißig Jahre später starb das Geschlecht der v. Grifte aus. Zu dieser Zeit, am Ende des 16. Jahrhunderts, war die Burg Falkenstein nicht mehr bewohnt. Ihre endgültige Zerstörung erfolgte wohl während des Dreißigjährigen Krieges. Mit dem Tod des letzten Hundt 1679 fiel der Falkenstein an die Landesherrschaft zurück. Die Burg war zu diesem Zeitpunkt bereits verfallen.

Ein Stich von Wilhelm Dilich aus dem Jahr 1605 zeigte die Burg als Ruine. In einer Beschreibung aus dem Jahr 1778 werden aufrecht stehende Mauerreste erwähnt mit dem Wappen der Ritter Hundt daran. Auch soll sich ein Zeihbrunnen hier befunden haben. Beides – Wappen und Brunnen – sind heute nicht mehr vorhanden.