Eco Pfad Archäologie Altenburg und Falkenstein

Der Rundweg führt um das Plateau der Altenburg herum und zur benachbarten mittelalterlichen Burg Falkenstein. Der Weg ist in 8 Stationen unterteilt. Tafeln erläutern die Besiedlung, Befestigung und Besonderheiten des Anlage.

Die Altenburg bei Niedenstein ist eine befestigte Höhensiedlung. Sie wurde in vorgeschichtlicher Zeit mehrmals von Menschen bewohnt. Während einige Epochen nur spärliche Funde hinterlassen haben, wurde das Plateau zur Zeit der Michelsberger Kultur (4200 – 3500 v. Chr.) und der späten Eisenzeit (500 – Chr. Geb.) intensiv genutzt. Ihre größte Bedeutung erreichte die Siedlung im 2. und 1. Jh. v. Chr. In der Mitte des letzten vorchristlichen Jahrhunderts bricht die Besiedlung aus unbekannten Gründen plötzlich ab. Interpretationen, die Altenburg sei der von den Römern zerstörte Hauptort Mattium der Chatten gewesen, sind heute nicht mehr haltbar. Die Altenburg wurde nach ihrer Aufgabe um 50 v. Chr. nicht mehr dauerhaft besiedelt und verfiel.

Die Erforschung der Altenburg

Die Wallanlage und Besiedelungsreste wurden bei archäologischen Ausgrabungen in den Jahren 1905 – 1913, 1926 und 1990 – 1995 untersucht. Die Altenburg bei Niedenstein ist die am besten erforschte Höhensiedlung Nordhessens. Trotzdem können viele Fragen heute noch nicht beantwortet werden.

Das liegt zum Teil daran, dass die ersten Grabungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts stattfanden, als die Ausgrabungstechnik noch nicht so fortschrittlich war. Erschwerend kommt hinzu, dass die Aufzeichnungen zum großen Teil verschwollen sind. Ein 1990 entdeckter Massenfund von über 220 Metallgegenständen hat zu weiteren archäologischen und metallurgischen Untersuchungen angeregt. Die Funde lagern im Hessischem Landesmuseum in Kassel (Museumslandschaft Hessen Kassel, Abteilung Vor- und Frühgeschichte) und sind dort teilweise ausgestellt.

Die Bedeutung der Altenburg

Die eisenzeitliche Siedlung lag zwischen zwei Kulturgruppen: der keltischem im Süden und der germanischen im Norden. Dass zu beiden Seiten Beziehungen bestanden, belegen einige keltische und germanische Funde. Die Altenburg lag jedoch nicht an den wichtigen Nord-Süd-Fernhandelswegen, sondern an Nebenwegen zur Warburger Börde. Der Bau der Verteidigungsanlagen spricht für eine gut organisierte Gesellschaft mit einer lokalen Macht an der Spitze. Die Siedlung war vermutlich das politische, religiöse und wirtschaftliche Zentrum der Hessischen Senke.

Rundweg Altenburg: 3,3 km

Stichweg Falkenstein: 1,7 km

Der Weg kann auch nach der gelben Markierung N6 (Altenburg), N5 (Falkenstein) und E1 (von Bad Emstal) erwandert werden.

 

Hinweis

Die Flächen der Altenburg Niedenstein, des Falkensteiner Sattels und des Falkensteins sind ein geschütztes Bodendenkmal. Bodenveränderungen, Nachforschungen und gezielte Fundaufsammlungen sind genehmigungspflichtig. Zufallsfunde sind dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Abt. Archäologie in Marburg zu melden.